Christliche Lebens Stationen

SAKRAMENTE - STATIONEN DES LEBENS

Menschen brauchen Zeichen, Symbole, Gesten und Worte um sich zu verständigen und sich zu begegnen.

In der katholischen Kirche gibt es auch solche Zeichen: die Sakramente. Sie sind Zeichen der Liebe Gottes: Die katholischen Christen glauben, dass Gott das Leben jedes Einzelnen begleitet.

Deshalb stehen die Sakramente meistens auch an Wendepunkten des Lebens: wenn ein Mensch geboren wird, wenn er heranwächst, wenn er heiratet, wenn er krank wird.

Einfache Dinge (Wasser, Öl, Brot, Wein, Licht, ...) und einfache Gesten (das Kreuzzeichen, die aufgelegte Hand, ...) und einfache Worte erzählen davon und zeigen, wovon Christen überzeugt sind:

Gott ist Liebe, Gerechtigkeit und Frieden, und Jesus Christus hat dies gezeigt und in einmaliger Weise vorgelebt.


DIE TAUFE - Ins christliche Leben starten

Die Taufe ist das Eingangstor zum christlichen Glauben und zur Kirche. Durch die Taufe wird man Christ.

In christlichen Familien werden in der Regel die Babys kurz nach der Geburt getauft. Aber auch Erwachsene, die Christ werden möchten, können sich taufen lassen.

Die Taufe ist übrigens die Voraussetzung für den Empfang weiterer Sakramente. Wer die Sprache der Symbole versteht, erkennt die Bedeutung der Taufe leicht: Hier findet eine Art zweite Geburt statt. Ein Kind, das durch die erste Geburt Mitglied der Menschheit geworden ist, wird nun Mitglied der Kirche.

Dies wird durch folgende Symbole verdeutlicht:

Das Wasser, mit dem das Kind (bzw. der Erwachsene) übergossen wird, ist ein uraltes Symbol des Lebens und symbolisiert die Überwindung des Getrenntseins von Gott.

Die Salbung mit geweihtem Öl („Chrisam“) zeigt, dass dieser Mensch nun auch zu Christus (griechisch: „der Gesalbte“) gehört.

Das weiße Kleid drückt die Freude aus, dazu zu gehören.

Die Taufkerze erinnert an Christus, das Licht der Welt, durch das der Tod nicht das letzte Wort in dieser Welt hat.


DIE EUCHARISTI - Die heilige Kommunion

Der Mensch muss Nahrung zu sich nehmen, um leben zu können. Essen und Trinken ist aber mehr als nur Nahrungsaufnahme, sondern es gehört zu den Freuden des Lebens und schafft Stimmung und Gemeinschaft, wenn es gemeinsam eingenommen wird.

Kurz vor seinem Tod hat Jesus beim so genannten „letzten Abendmahl“ noch einmal zusammen mit seinen Jüngern gegessen und gefeiert. Dabei hat er ihnen das Brot und den Wein als seinen Leib und sein Blut gereicht, und seinen Mitfeiernden den Auftrag gegeben: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“

Als Vergegenwärtigung dieses letzten Abendmahls sowie des darauf folgenden Todes am Kreuz feiert die Kirche bis heute regelmäßig Eucharistie.

Unser Glaube besagt, dass Jesus Christus in den Gestalten von Brot und Wein in der versammelten Gemeinde gegenwärtig wird. So stiftet die Eucharistie Gemeinschaft zwischen Christus und den Menschen. Sie ist zugleich Danksagung für alles, was Gott im Leben schenkt.

Die Eucharistie ist neben der Taufe das wichtigste Sakrament der Kirche. Dieses Sakrament wird in der katholischen Kirche in einem Gottesdienst gefeiert, der entweder „Eucharistiefeier“ oder auch noch „Messe“ genannt wird.

Den erstmaligen Empfang der Eucharistie nennen wir gemeinhin(erste heilige) Kommunion“. Sie findet in Luxemburg meist im 9. Lebensjahr (3. Schuljahr) statt.


DIE FIRMUNG - auf dem Weg bestärkt werden

Die Firmung ist die Vollendung der Taufe. Der Begriff „Firmung“ stammt ab vom lateinischen Wort „firmare“, d.h. „festmachen“ bzw. “bestätigen“.

In der Firmung darf der Jugendliche (oder auch der Erwachsene!) sein eigenes "Ja" zu Gott und zur Kirche bestätigen.

Bei der Firmung schenkt Gott dem Menschen seinen Heiligen Geist, der ihn stärkt auf seinem Weg und es ihm ermöglicht, die Kirche mitzugestalten und sie lebendiger zu machen.

Um dies zu symbolisieren, legt der Spender der Firmung (in der Regelfall der Bischof, oder ein von ihm beauftragter Priester) dem Menschen die Hand auf und salbt seine Stirn mit Chrisam (geweihtem Öl). Dieser Ritus stammt aus dem Alten Orient, wo Könige bei ihrem Amtsantritt gesalbt wurden, wodurch ihnen Kraft zugesprochen wurde


Die Buße - einen Neuanfang wagen

Niemand kann die Augen vor der Tatsache verschließen, dass es Böses in der Welt gibt. Auch im persönlichen Leben eines jeden Einzelnen gibt es immer wieder Schuld und Versagen.

Als Christen glauben wir, dass alle Schuld nicht nur uns allein etwas angeht, sondern auch gegen Gott gerichtet ist. Wir sind aber ebenso davon überzeugt, dass Gott, der die absolute Liebe ist, uns entgegen kommt und uns die Hand reicht zu einem neuen Anfang.

Deshalb gibt es in der katholischen Kirche ein Sakrament der Sündenvergebung: Es heißt „Buße“ und wird oft auch noch „Beichte“ (von althochdeutsch: „Bekenntnis“) genannt.

In diesem Sakrament vergibt der Priester im Namen Gottes und im Auftrag Jesu Christi den Menschen alle ihre Schuld.

Das Bußsakrament kann auf verschiedene Weisen empfangen werden:
- in einer Kirche (manche empfangen dieses Sakrament weiterhin am liebsten im „Beichtstuhl“),
- am Krankenbett,
- oder aber in einem persönlichen Gespräch mit einem Priester an irgendeinem Ort.


DIE EHE - gemeinsam geht’s besser

Eine Frau und ein Mann sind sich begegnet. Sie mögen einander, sie lernen sich besser kennen, sie entdecken ihre Liebe zueinander. Sie haben auch gelernt, einander zu vertrauen und entscheiden sich für ein gemeinsames Leben. Die Kirche wünscht, dass Menschen, die dauerhaft zusammen leben wollen, sich „trauen“, d.h. heiraten und eine Familie gründen.

Für katholische Christen ist die Ehe ein Sakrament, das sich Braut und Bräutigam vor einem Priester und in Anwesenheit von Trauzeugen gegenseitig selber spenden.

Sie versprechen sich ewige Treue, in guten wie in schlechten Zeiten. Die eheliche Liebe zwischen Mann und Frau bringt die Liebe zwischen Gott und der Menschheit, zwischen Christus und der Kirche zum Ausdruck.

Die Ehe ist für die Katholiken unauflöslich, weil sie davon überzeugt sind: Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen. Das Ehesakrament soll Mann und Frau helfen, dass ihre Liebe Bestand hat und dass ihre Kinder in einem stabilen Umfeld aufwachsen.


DIE WEIHE - die Gemeinschaft begleiten

Manche möchten ihr ganzes Leben in den Dienst des Evangeliums und der Kirche stellen, da sie sich von Gott und der Kirche dazu berufen spüren. Sie werden zum Diakon, zum Priester, zum Bischof geweiht.

Der Diakon (griechisch: „Diener“) hilft dem Priester bei seinen Aufgaben in der Gemeinde: Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt oft im sozialen Bereich.

Hauptaufgabe des Priesters ist es, das Wort Gottes zu verkünden, die Sakramente zu spenden und die ihm anvertrauten Gemeinde(n) zu leiten. Priester verpflichten sich dazu, ehelos („zölibatär“) zu leben. Bei der Priesterweihe legt der Bischof dem Kandidat die Hände auf (als Zeichen der Mitteilung des Heiligen Geistes und der Übertragung der priesterlichen Vollmacht) und überreicht ihm Brotschale und Kelch, die ihn an seine zentrale Aufgabe, der Feier der Eucharistie, erinnert.

Der Bischof leitet in der Regel einen größeren kirchlichen Bezirk, „Diözese“ oder „Bistum“ genannt. Gemeinsam mit den anderen Bischöfen und dem Papst trägt er zudem die Verantwortung für die Weltkirche. Als Zeichen für seine hohe Aufgabe erhält er einen Bischofsstab, der an einen Hirtenstab erinnert.


Die Krankensalbung - Erschöpfte stärken

Jeder Mensch wird irgendwann einmal krank. Die meisten Krankheiten vergehen wieder schnell, manche Krankheit jedoch ist lebensbedrohlich.

Für solche Situationen kennt die Kirche ein eigenes Sakrament: die Krankensalbung. Sie soll dem Kranken Kraft geben in seiner schwierigen Lebensphase.

Der Priester, der die Krankensalbung spendet, salbt die Stirn und die Hände des Kranken mit geweihtem Olivenöl und legt ihm - als Geste der Tröstung - die Hände auf, stellvertretend für Jesus, der vielen kranken Menschen die Hände aufgelegt hat



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